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Sowas gibt’s nur in der Schweiz: Eiskalter Wind aus dem Osten – Die Bise im Detail!

Schon von der Bise gehört? Die Bise ist ein Wetterphänomen, das besonders in der Schweiz bekannt ist und vor allem im Winter für frostige Temperaturen sorgt. Doch was genau steckt hinter diesem Wind, der immer wieder das Wettergeschehen in der Schweiz beeinflusst?


Im Wesentlichen entsteht die Bise durch einen Druckunterschied zwischen einem Hochdruckgebiet im Norden und einem Tiefdruckgebiet im Süden von Europa. Dieser Unterschied zieht kalte Luft aus dem Osten bis Nordosten, die in die Schweiz zieht und sich im Mittelland zwischen den Alpen und dem Jura verstärkt. Besonders stark wird der Wind im Westen der Schweiz, da sich das Mittelland dort verengt und der Wind dadurch beschleunigt wird.

Im Winter bringt die Bise oft kaltes Wetter mit sich, das häufig von Hochnebel begleitet wird. Diese kalte Luft sammelt sich im Mittelland und sorgt für trübes, unangenehm kühles Wetter. Im Sommer hingegen kann die Bise auch trockene, warme Luft aus dem Osten heranführen, was zu angenehmen Temperaturen führt.

Eine markante Eigenschaft der Bise ist ihre Wirkung auf das Temperaturgefühl. Der Wind entfernt die warme Luftschicht, die sich normalerweise um den Körper bildet, und lässt uns die Luft deutlich kälter empfinden. Dieser Effekt wird als Windchill-Effekt bezeichnet, bei dem der Wind die gefühlte Temperatur senkt. Besonders an den Seen in der Schweiz, wie dem Genfersee und dem Neuenburgersee, kann der Wind auch starke Wellen verursachen, die für Bootsfahrer gefährlich werden können.

Besondere historische Ereignisse, wie die extreme Kältewelle von 1963, als der Bodensee zufror, zeigen die Auswirkungen der Bise auf das Wetter. In dieser Zeit führte der kalte Wind zu außergewöhnlichen Eisskulpturen an den Ufern, die zu einer faszinierenden Winterlandschaft beitrugen.

Neben den äußeren Effekten hat die Bise auch gesundheitliche Auswirkungen. Besonders Menschen mit rheumatischen Beschwerden haben in dieser kalten, feuchten Luft oft mit verstärkten Symptomen zu kämpfen. Auch die Dauer des Bise-Wetters kann das Wohlbefinden beeinträchtigen, da die trüben, kalten Tage die Stimmung negativ beeinflussen können.

Interessanterweise folgt die Bise einem bestimmten Tagesrhythmus: Tagsüber ist sie meist stärker, weil die Erwärmung der Luft die Zirkulation des Windes verstärkt. Nachts hingegen, wenn die Luft abkühlt und sich ein Kaltluftsee bildet, wird der Wind schwächer.

Ob als eisiger Winterwind oder als trockene Sommerbrise – die Bise ist ein prägendes Wetterphänomen in der Schweiz, das das Land in vielen Jahren immer wieder beeinflusst.