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Grüner Laubfall im Süden: Wäldern drohen Folgeschäden 2027

03. September 2026·12:05 Uhr
2 Min. Lesezeit
AgrarwetterWetterlage
Grüner Laubfall im Süden: Wäldern drohen Folgeschäden 2027

Wer gerade durch einen Wald in Süd- und Mitteldeutschland geht, hört Laub rascheln – nur ist es grün. Nach dem heißen und extrem trockenen Sommer ziehen vor allem Buchen die Notbremse und werfen Blätter ab, um zu überleben. Mit Herbstfärbung hat das nichts zu tun. Der eigentliche Schaden zeigt sich erst im kommenden Frühjahr.

Grünes Laub im September

Der Laubfall, den viele jetzt sehen, hat mit Herbstfärbung nichts zu tun: Statt sich gelb und rot zu verfärben, fallen noch grüne Blätter zu Boden. Die Bayerischen Staatsforsten beschreiben zwei Wege – entweder schaltet der Baum bewusst in einen Notmodus und wirft Laub ab, um Wasser zu sparen, oder die Blätter nehmen durch Hitze und pralle Sonne so viel Schaden, dass sie ungeordnet abfallen. Besonders betroffen sind Buchen, bei denen die Schweizer Forschungsanstalt WSL verbräunte Blattränder und vertrocknende Kronen dokumentiert. Im Sommer fielen nach DWD-Bilanz nur 171 Liter pro Quadratmeter, 72 Prozent des Solls.

Der Schaden zeigt sich erst 2027

Ohne Blätter keine Photosynthese, ohne Photosynthese kein Zuwachs. Junge Bäume bleiben im Höhenwachstum zurück, ältere legen kaum noch Stammdurchmesser zu. Nach Einschätzung der Bayerischen Staatsforsten nehmen die Bäume den Stress dieses Sommers mit in die Vegetationsperiode 2027 – die Spanne reicht von leichter Schwächung über Kronenverlichtung bis zum Absterben über den Winter. Heikel wird vor allem die zweite Welle: Trockene Bäume bilden kaum noch Harz und wehren Borkenkäfer und andere Schädlinge damit deutlich schlechter ab. Viele Frühjahrspflanzungen sind ohnehin komplett vertrocknet.

Regen kommt, aber vor allem im Norden

Entspannung bringt das Wetter der kommenden Tage nur bedingt. Bis Samstag fällt der ergiebige Regen schwerpunktmäßig in der Nordhälfte, örtlich 20 bis 40, in Staulagen um 50 Liter pro Quadratmeter, dazu stürmische Böen an den Küsten und auf den Bergen. Der Süden bleibt bis Montag sommerlich warm bei 25 bis 29 Grad, erst ab dem 10. September wird es auch dort wechselhafter und mit 18 bis 22 Grad spürbar kühler. Für die tiefen Bodenschichten, aus denen die Bäume ihr Wasser holen, reichen einzelne Schauer nicht – der Speicher füllt sich erst im Winterhalbjahr, wenn die Verdunstung nachlässt.

Johannes Graf
Über den Autor

Johannes Graf

B. Sc. Meteorologie

Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei wetter.net.

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