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Waldbrandgefahr im Nordosten: Stufe 5 zur Wochenmitte möglich

23. August 2026·09:03 Uhr
2 Min. Lesezeit
WarnungenWetterlage
Waldbrandgefahr im Nordosten: Stufe 5 zur Wochenmitte möglich

Der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der amtlichen Erfassung ist gerade erst abgelöscht, da rückt schon die nächste trockene Warmphase heran. Ab Mittwoch klettert die Waldbrandgefahr im Norden und Osten wieder in die oberen Stufen. Und deutsche Löschkräfte sind zur gleichen Zeit im Ausland im Einsatz.

Rekordbrand im Hürtgenwald

Am 13. August brach im Hürtgenwald im Kreis Düren ein Feuer aus, das rund 300 bis 400 Hektar erfasste – nach der amtlichen Statistik der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Erfassung 1991. In der Nacht zum 14. August verließen etwa 1.800 Menschen den Ort Gey, weil im Boden liegende Munition aus den Kämpfen von 1944/45 detonierte. Die Bundeswehr half mit Bergepanzern und Hubschraubern, seit dem 15. August war das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten endeten am 21. August. Bundesweit brannten bis Anfang August rund 6.000 Hektar, fast doppelt so viel wie im Mittel der 14 Jahre davor.

Ab Mittwoch steigt der Index wieder

Der Sonntag verläuft ruhig und freundlich, nur an der Küste weht es kräftig aus Nordwest. Zum Wochenstart bleibt es überwiegend trocken, ab Mittwoch wird es wieder wärmer: Wir erwarten verbreitet 24 bis 28 Grad, örtlich um 30 Grad bei viel Sonne und kaum Regen. Genau diese Mischung trocknet Streu und Oberboden erneut aus. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt für Mittwoch und Donnerstag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wieder Stufe 4, örtlich Stufe 5 von fünf. Ob zum Wochenende Gewitter Entspannung bringen, ist zwischen den Modellen noch offen.

Deutsche Löschzüge in Serbien

Wie angespannt die Lage in Europa ist, zeigt ein Einsatz, der am Samstag in Bonn startete: Das deutsche EU-Waldbrandmodul GFFF-V DE1 mit Kräften aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ist nach Nordwestserbien unterwegs, geplant für rund zehn Tage. Serbien hatte zuvor das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert, nach Angaben der EU-Kommission stellt Deutschland gut 50 Feuerwehrleute und mehr als 20 Fahrzeuge. Allein im Sandgebiet Deliblatska Peščara südöstlich von Belgrad verbrannten seit Ende Juli rund 3.500 Hektar Kiefernwald.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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