Die Gewitterpause war kurz: Ab Mittwoch schaufelt ein Hoch wieder sehr heiße Luft nach Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst erwartet zum Wochenende 34 bis 39 Grad, während im Netz Modellkarten mit 45 Grad für Anfang August die Runde machen. Was davon realistisch ist – und warum die Trockenheit im Westen fast die größere Sorge ist.
Donnerstag und Freitag werden die heißesten Tage
Ein Hochdruckgebiet verlagert sich vom Atlantik nach Mitteleuropa und lenkt auf seiner Vorderseite mit südwestlicher Strömung sehr heiße Luft aus Spanien und Frankreich nach Norden. Laut DWD nimmt die Wärmebelastung ab Mittwoch im Westen deutlich zu, die heißesten Tage sind Donnerstag und Freitag: 34 bis 38 Grad, lokal um 39 Grad in der Südhälfte, im Norden 28 bis 34 Grad. Für den Südwesten kündigt der DWD am Donnerstag ausdrücklich extreme Wärmebelastung an. Es wäre bereits die vierte markante Hitzewelle dieses Sommers – und sie fällt in den Ferienstart mehrerer Bundesländer.
45 Grad? Vorsicht bei den Extremkarten
Werte von 44 bis 46 Grad, die derzeit in sozialen Netzwerken kursieren, stammen aus einzelnen Extremläufen des amerikanischen GFS-Modells, das bei Warmluft aus Südeuropa zu Übertreibungen neigt. Das für den Zeitraum vier bis zehn Tage treffsicherere europäische ECMWF bleibt klar darunter und rechnet im Osten mit 40 bis 42 Grad. Genau diesen Korridor halten Meteorologen für das realistische Maximum – und damit käme der neue deutsche Allzeitrekord in Reichweite: 41,8 Grad, gemessen am 27. Juni 2026 in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt. Der DWD nennt für Anfang August bewusst noch keine Gradzahlen.
Staubtrockener Westen, dann Unwettergefahr
Fast dramatischer als die Temperaturen ist die Regenbilanz: Vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet fielen seit Monatsbeginn nur 1 bis 10 Liter pro Quadratmeter, normal wären im Juli 50 bis 70 Liter. Der Waldbrandgefahrenindex erreicht in der Südhälfte schon am Mittwoch flächendeckend Stufe 4, für Donnerstag wird in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gebietsweise sehr hohe Gefahr gemeldet. Ab Donnerstag warnt der DWD zudem vor Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen bis Stärke 10 – Wasser, das auf ausgedörrten Böden kaum versickert.
