
Fünf Zentimeter Wasser, dazwischen tote Fische: In Bächen und Kanälen vom Münsterland bis zum Oberrhein geht das Wasser aus. Angelvereine und Feuerwehren fangen mit Keschern heraus, was noch zu retten ist, immer mehr Landkreise verbieten jede Wasserentnahme. Und der Regen der kommenden Tage kommt für viele kleine Gewässer zu spät.
Nur noch fünf Zentimeter Wasser
Im Gewerbekanal bei Freiburg standen Mitte August stellenweise nur noch fünf bis sechs Zentimeter Wasser, tausende Fische sind dort bereits verendet. Mitglieder des Angelsportvereins Freiburg holten die Überlebenden mit Keschern aus den letzten Pfützen und setzten sie in den Dietenbach um, der noch genug Wasser führt. Vereinsvorsitzender Franz Bühler nannte die Lage „wirklich dramatisch". Auch im Kreis Recklinghausen sind nach Angaben der unteren Wasserbehörde erste Bäche auf Teilstrecken trockengefallen, im Münsterland führen Dinkel, Ems und Bocholter Aa auffällig wenig Wasser.
Warme Restpfützen ohne Sauerstoff
Zwei Effekte verstärken sich gegenseitig: Je wärmer Wasser wird, desto weniger Sauerstoff kann es lösen - und je weniger davon im Bachbett steht, desto schneller heizt es sich auf. Für Bachforelle und Äsche beginnt der Stress nach Angaben des Fischereiinspektorats des Kantons Bern bei rund 20 Grad, oberhalb von 24 Grad wird es lebensgefährlich. Im Kanton Bern wurden bis zum 18. August rund 96.000 Fische aus 104 Kilometern Gewässer umgesiedelt. Markus Fischer vom Fischereiverband Luzern warnte Anfang August, man steuere auf „das größte Fischsterben aller Zeiten" zu.
Verbote greifen, der Regen hilft kaum
Immer mehr Kreise ziehen die Notbremse: Marburg-Biedenkopf untersagt seit dem 5. August jede Entnahme aus Bächen, Flüssen und Seen, Verstöße können bis zu 100.000 Euro kosten, der Kreis Steinfurt hat sein Verbot bis Ende Oktober verlängert. Nach einer DWD-Pressemitteilung vom 6. August gehört das hydrologische Jahr seit November 2025 zu den drei trockensten seit Messbeginn 1882. Entspannung bringt auch die neue Woche kaum: Am Samstag ziehen einzelne kräftige Gewitter über die Mitte, ab Mittwoch wird es im Süden noch einmal heiß, die Gewitterneigung steigt bis zum Wochenende deutlich. Dieser Regen fällt punktuell und läuft auf verkrusteten Böden oberflächlich ab.