
Der Regen, auf den Süddeutschland seit Wochen wartet, kommt ausgerechnet in der ungünstigsten Form: als Gewitterguss. Der Deutsche Wetterdienst meldet zum Wochenstart Starkregen vom Südschwarzwald bis nach Südostbayern. Auf ausgedörrtem Boden versickert davon wenig, ein großer Teil rauscht oberflächlich ab. Ein Regentag heilt eben keinen Dürresommer.
Starkregen von Baden bis Bayern
Die DWD-Wochenvorhersage der Wettergefahren vom Montag, 17.08.2026, 05:00 Uhr, nennt für den Wochenstart Gewitter und schauerartigen Regen vom Südschwarzwald über Oberschwaben bis nach Südostbayern sowie in der östlichen Mitte. Erwartet werden 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit und 20 bis 35 Liter mehrstündig, örtlich sind Unwetter mit höheren Mengen nicht ausgeschlossen. Am Dienstag kann in den Allgäuer Alpen Dauerregen fallen, für Mittwoch und Donnerstag stehen erneut kräftige Gewitter mit Starkregen an, für Freitag noch einmal Dauerregen. Dazu kühlt es auf 17 bis 23 Grad ab.
Warum der Boden das Wasser abweist
Nach Monaten der Trockenheit nehmen viele Böden Wasser nur noch schlecht auf. Sinkt der Wassergehalt unter einen Schwellenwert, legen sich Wachse und Fette aus abgestorbenen Pflanzenresten als wasserabweisender Film um die Bodenkörner, Fachleute sprechen von Benetzungshemmung. Dazu kommt eine harte Kruste an der Oberfläche. Meteorologe Dominik Jung beschreibt es so: Kurzer Starkregen prasselt auf verkrusteten Boden fast wie auf Beton, ein erheblicher Teil fließt oberflächlich ab. Damit steigt örtlich die Gefahr von Sturzfluten und vollgelaufenen Kellern, während in der Tiefe kaum etwas ankommt.
Alpen im Regen, der Nordosten geht leer aus
Der Regen verteilt sich sehr ungleich. An den Alpen können bis zum kommenden Sonntag 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern dürfte dagegen wenig ankommen. An der Dürrebilanz ändert das wenig: Von März bis Ende Juli fielen laut DWD von der Pfalz über Rheinhessen bis Unterfranken verbreitet weniger als 150 Liter pro Quadratmeter, im Süden teils weniger als die Hälfte des Mittels von 1991 bis 2020. Nötig wären nach Jung 20 bis 40 Liter als ruhiger Landregen über mehrere Tage. Genau das ist bislang nicht in Sicht.