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Nebel im Süden: Sicht unter 150 Meter, Unfallrisiko steigt

15. September 2026·09:07 Uhr
2 Min. Lesezeit
WetterwissenRatgeber
Nebel im Süden: Sicht unter 150 Meter, Unfallrisiko steigt

In den Flusstälern Süd- und Mitteldeutschlands war die Welt am Dienstagmorgen nur noch 150 Meter groß. Der erste dichte Nebel dieses Herbstes hat sich vor allem entlang der Donau festgesetzt – und er kommt zurück, sobald sich das Wetter zum Wochenstart wieder beruhigt. Für Autofahrer beginnt damit die gefährlichste Jahreszeit.

Sicht unter 150 Meter an der Donau

Gebietsweise Nebel in der Mitte und im Süden, entlang der Donau örtlich Sichtweiten unter 150 Meter, und das alles bei nur langsamer Auflösung am Vormittag: So ist der Dienstag gestartet. Genau bei dieser Marke setzt auch die amtliche Nebelwarnung des Deutschen Wetterdienstes an, weil der Verkehr darunter erheblich behindert wird. In den kommenden Tagen übernehmen zunächst andere Zutaten: Am Mittwoch ziehen in der Südosthälfte kräftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen auf, am Alpenrand fallen 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, und von Donnerstag bis Sonntag frischt der Südwestwind an den Küsten und im Bergland stürmisch auf.

Lange Nächte, kurze Sicht

Herbstnebel ist fast immer Strahlungsnebel. In klaren, windschwachen Nächten kühlt der Boden stark aus, die bodennahe Luft sinkt unter den Taupunkt, und der Wasserdampf kondensiert zu feinsten Tröpfchen. Je länger die Nacht, desto mehr Zeit bleibt dafür – am 23. September um 2.05 Uhr beginnt der astronomische Herbst, danach sind die Nächte länger als die Tage. Besonders anfällig sind Fluss- und Muldenlagen, in denen sich die kalte Luft sammelt. Nach dem extrem trockenen Sommer liefern viele Böden allerdings wenig Feuchte nach, deshalb bleibt der Nebel oft auf die Talzüge beschränkt, während wenige Kilometer weiter die Sonne scheint.

Warum die Zahlen erst jetzt steigen

Nebel wird im Straßenverkehr unterschätzt. Das Statistische Bundesamt zählte zwischen 2018 und 2022 insgesamt 2.164 schwere Nebelunfälle, im Mittel 433 pro Jahr. Dabei verunglückten 2.371 Menschen, 42 von ihnen tödlich. 65 Prozent dieser Unfälle fielen in die Monate Oktober bis Dezember, 68 Prozent passierten auf Landstraßen. Auffällig ist die Ursache: Bei 39 Prozent war die Geschwindigkeit nicht angepasst, bei allen schweren Unfällen sind es nur 12 Prozent. Die Nebelschlussleuchte darf erst unter 50 Meter Sicht eingeschaltet werden, dann gilt auch Tempo 50. Ab Sonntag wird es im Süden wieder ruhig und mit 19 bis 26 Grad mild, die Nebelfelder kehren zurück.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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