
Der Süden und Westen bekommen bis Mittwoch noch einmal Sommerwetter mit Werten um 30 Grad, einzelne Freibäder hängen deshalb fast zwei Wochen dran. Fast zeitgleich ist die Bilanz der Badesaison erschienen - und die fällt düster aus: 248 Menschen sind zwischen Anfang Mai und Mitte September in deutschen Gewässern ertrunken, zwölf mehr als ein Jahr zuvor.
Bis Mittwoch noch einmal Sommer
Ein kräftiges Hoch hält sich bis weit in die neue Woche. Nach Auflösung von Frühnebel scheint verbreitet die Sonne, am Sonntag erreichen wir in der Mitte 22 bis 27 Grad und am Oberrhein bis zu 31 Grad. Von Montag bis Mittwoch bleibt es im Süden und Westen bei 24 bis 29, örtlich 31 Grad, während der Norden mit 18 bis 23 Grad hinterherhinkt. Erst ab dem 2. Oktober ziehen von Westen mehr Wolken und etwas Regen auf, die Höchstwerte gehen auf 17 bis 22 Grad zurück. Mehrere Freibäder haben ihre Saison deshalb verlängert, in Sindelfingen etwa bis zum 1. Oktober nach über 240.000 Gästen.
Bilanz der Saison: 248 Todesfälle
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft meldete am 23. September, dass zwischen Anfang Mai und Mitte September mindestens 248 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken sind, zwölf mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn zählt die DLRG 320 tödliche Wasserunfälle nach 328 im selben Zeitraum 2025. Heraus sticht der heiße Juni mit 101 Todesfällen, einen höheren Juni-Wert hat die Organisation seit 2003 nicht erfasst. Alarmierend ist die Altersgruppe zwischen 11 und 30 Jahren: 88 Ertrunkene, mehr als im gesamten Vorjahr, über 90 Prozent davon männlich.
Warmes Ufer, kühles Wasser
Die Luft täuscht. Während im Südwesten noch einmal 30 Grad erreicht werden, liegt die Nordsee nur noch bei rund 16 Grad und der Bodensee bei etwa 19 bis 20 Grad. Kleinere Seen kühlen nach den langen, klaren Nächten sogar noch schneller aus, die Differenz zwischen Luft und Wasser wächst also von Woche zu Woche. Wer aufgeheizt hineinspringt, riskiert einen Kälteschock mit Schnappatmung und verkrampfter Muskulatur. DLRG-Präsidentin Ute Vogt verweist darauf, dass Jugendliche und junge Männer häufig vermeidbare Risiken eingehen. Also langsam ins Wasser, nicht allein schwimmen und möglichst bewachte Badestellen wählen.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.







