
Während bei uns im Norden Regen und Wind den Ton angeben, staut sich über Südwesteuropa noch einmal glühend heiße Luft aus Nordafrika. In Spanien und Portugal sind 40 bis 44 Grad möglich, Andalusien liegt unter amtlichen Warnungen. Deutschland bekommt von dieser Hitzeglocke nur einen Zipfel ab – und der verschwindet zur Wochenmitte.
Bis 44 Grad zwischen Guadalquivir und Tejo
Ein kräftiges Hoch schaufelt Saharaluft über die Iberische Halbinsel und hält sie dort wie unter einer Glocke fest. In der Mitte und im Süden Spaniens sowie in Portugal sind 40 bis 44 Grad möglich, die Spitzenwerte liegen im Guadalquivir-Tal um Sevilla und Córdoba sowie im Tejo-Tal. Der spanische Wetterdienst AEMET hat dafür orange Warnungen ausgegeben und erwartet Tropennächte um 24 bis 25 Grad. Auch Süditalien, Griechenland und der Balkan kommen auf 38 bis 41 Grad – für Anfang September sind das rund 10 bis 14 Grad zu viel.
Frankreich: heißester Sommer seit Messbeginn
Wie hartnäckig diese Wärme in diesem Jahr ist, zeigt die Bilanz von Météo-France vom 3. September: Der Sommer 2026 war mit rund 24 Grad im Mittel der heißeste in Frankreich seit Beginn der Messungen 1900 und schob den bisherigen Rekord von 23,1 Grad aus dem Jahr 2003 klar beiseite. Dazu kamen ein Niederschlagsdefizit von etwa 40 Prozent und drei Hitzewellen zwischen Mitte Juni und Mitte August. Das französische Gesundheitsministerium meldet 2.025 zusätzliche Sterbefälle. Am 3. September fielen im Languedoc-Roussillon mit über 37 Grad neue September-Stationsrekorde.
Deutschland liegt nur am Rand der Glocke
Bei uns reicht die heiße Luft nur bis in den Südwesten: Am Freitag sind am Oberrhein noch bis zu 33 Grad drin, während nördlich der Linie Köln–Dresden Regen und kräftiger Wind für 17 bis 22 Grad sorgen. Am Samstag drückt eine Kaltfront die Werte auch im Süden auf 23 bis 28 Grad, Sonntag und Montag klettern sie dort noch einmal auf 30 bis 32 Grad. Ab Mitte kommender Woche wandert das Hoch nach Osten ab, feuchte Atlantikluft übernimmt – mit deutlich kühleren 18 bis 22 Grad und dem Regen, den vor allem der ausgedörrte Süden dringend braucht.