
Während über Deutschland die erste Frostnacht dieses Herbstes ansteht, beginnt am Mittwoch in Hamburg der 16. ExtremWetterKongress. Drei Tage lang geht es um das, was dieses Jahr besonders deutlich zu sehen war: Hitze, Dürre und die Frage, was daraus folgt. Zum Auftakt legen der Deutsche Wetterdienst und der Kongress ihr neues Faktenpapier vor.
Kongress startet am Mittwoch in Hamburg
Der 16. ExtremWetterKongress läuft nach Angaben der Veranstalter von Mittwoch bis Freitag an der HafenCity Universität in Hamburg, hybrid und ausgebucht. Das Motto lautet "Vom Wissen zur Umsetzung", die Schirmherrschaft hat Bundesumweltminister Carsten Schneider übernommen, auf der Rednerliste stehen unter anderem Sven Plöger, Stefan Rahmstorf, Özden Terli und Karsten Schwanke. Um 9.30 Uhr stellen der Deutsche Wetterdienst und der Kongress das ExtremWetter-Faktenpapier 2026 vor, dazu gibt es ein Statement von DWD-Vorstandsmitglied Tobias Fuchs. Anschließend folgt die 3. Deutsche KlimaManagementTagung mit über 40 Workshops.
Was die Zahlen bisher zeigen
Die Ausgabe 2025 des Faktenpapiers von DWD und ExtremWetterKongress hält fest, dass das Jahrzehnt bis Ende 2024 in Deutschland rund 2,3 Grad über dem Mittel von 1881 bis 1910 lag. Hitzeextreme nehmen demnach zu, strenge Fröste werden seltener, und die Niederschlagsmuster mit nassen und trockenen Phasen werden intensiver. Die Temperaturentwicklung stufen die Autoren als eindeutig und wissenschaftlich abgesichert ein, Niederschlag und Wind bewerten sie differenzierter. Der Sommer 2026 passt ins Bild: Der DWD bilanziert 19,6 Grad im Flächenmittel, den zweitwärmsten Sommer seit 1881, rund 22 heiße Tage und nur 171 Liter Regen pro Quadratmeter.
Erst Frost, dann wieder Sonne
Passend zur Tagung bleibt es weitgehend trocken. In der Nacht zum Mittwoch klart es vielerorts auf, in Bayern sind örtlich rund minus ein Grad und verbreitet Bodenfrost möglich, dazu bilden sich Nebelfelder in den Tälern. Am Mittwochabend fällt im Nordwesten etwas gewittrig durchsetzter Regen, am Donnerstag frischt der Wind an der Nordsee und in Gipfellagen mit stürmischen Böen auf. Danach übernimmt wieder der Hochdruck: Am Sonntag und Montag klettern die Werte im Südwesten auf 25 bis 28 Grad. Nennenswerter Landregen für die ausgetrockneten Böden ist bis Anfang Oktober nicht in Sicht.
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.







