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Dichter Nebel in Deutschland: Ab Montag wieder Unfallgefahr

07. Oktober 2026·15:02 Uhr
2 Min. Lesezeit
RatgeberWetterlage
Dichter Nebel in Deutschland: Ab Montag wieder Unfallgefahr

Am BER krachte es am Sonntag im Morgennebel, vier Menschen wurden verletzt. Die Kaltfront in der Nacht zum Donnerstag räumt mit Wind und Regen zunächst auf. Ab Montag kehrt aber ruhiges Herbstwetter zurück, und mit den nassen Böden und langen Nächten ist auch der Nebel wieder da. Wir erklären, wo er sich bildet und was Autofahrer dann beachten müssen.

Nebelunfälle zum Oktoberstart

In den vergangenen Nächten lag gebietsweise dichter Nebel über Deutschland, der Deutsche Wetterdienst nannte in seinem Warnlagebericht für die Nacht zum Mittwoch Sichtweiten von teils unter 150 Metern. Die Folgen zeigten sich auf den Straßen: Am Sonntag gegen 6 Uhr fuhr an der Zufahrt zu den Terminals des Flughafens BER ein Auto bei Nebel auf ein anderes auf. Nach Polizeiangaben wurden vier Menschen verletzt, eine 88-jährige Mitfahrerin schwer, der Schaden liegt bei rund 30.000 Euro. Bereits am Tag der Deutschen Einheit verlor im hessischen Runkel ein Fahrer im dichten Nebel die Kontrolle über seinen Wagen.

Nach dem Regen kommt der Nebel

Zunächst ist Nebel kein Thema: Ab Mittwochabend ziehen von Westen Schauer und Gewitter auf, in der Nacht zum Donnerstag frischt der Nordwestwind kräftig auf, und bis zum Sonntag bleibt es windig und unbeständig mit 12 bis 19 Grad. Am Montag beruhigt sich das Wetter, der Wind schläft ein, und am Dienstag zeigt sich zunächst viel Sonne. Genau diese Mischung ist ideal für Strahlungsnebel: In den inzwischen rund elf Stunden langen Nächten kühlt der Boden unter klarem Himmel stark aus, die bodennahe Luft erreicht ihren Taupunkt, und der Wasserdampf kondensiert zu feinsten Tröpfchen. Die frisch durchfeuchteten Böden liefern dafür reichlich Nachschub. Wir rechnen daher ab Montag früh vor allem in Flusstälern, Niederungen und im Süden wieder mit Nebelfeldern, die sich teils erst gegen Mittag auflösen.

Was bei Nebel am Steuer gilt

Meteorologisch spricht man von Nebel, sobald die Sicht unter einen Kilometer fällt. Für Autofahrer wird es aber erst unter 50 Metern richtig kritisch: Dann gilt laut Straßenverkehrs-Ordnung höchstens Tempo 50, und nur dann darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. Wer sie bei besserer Sicht nutzt, blendet den Hintermann und riskiert ein Bußgeld. Zur Orientierung helfen die Leitpfosten am Straßenrand, die in der Regel 50 Meter auseinanderstehen. Abblendlicht statt Fernlicht, großer Abstand und kein Überholen in Nebelbänken sind Pflicht. Tückisch sind vor allem plötzliche Nebelwände an Brücken, Senken und Gewässern, wenn die Sicht nach freier Strecke schlagartig einbricht.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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