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Blockadehoch über Westeuropa: Süddeutschland bleibt trocken

20. September 2026·09:06 Uhr
2 Min. Lesezeit
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Blockadehoch über Westeuropa: Süddeutschland bleibt trocken

Über Westeuropa baut sich in den kommenden Tagen ein Hoch auf, wie es der späte September nur selten erlebt. In Frankreich und Spanien nähern sich die Werte in fünfeinhalb Kilometern Höhe dem Monatsrekord, zur Tagundnachtgleiche sind dort verbreitet mehr als 30 Grad möglich. Deutschland liegt nur am Rand dieser Blockade – mit kühlen Nächten, einem windigen Norden und ohne den ersehnten Landregen.

Ein Hoch mit Hochsommer-Format

Verantwortlich ist eine ungewöhnliche Konstellation der Höhenströmung: Polarfront- und Subtropenjet laufen nahezu parallel, dazwischen liegt eine windschwache Zone. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt diese duale Jetkonfiguration mit über 150 Knoten im Polarfrontjet als ideale Zutat für stagnierende Rossby-Wellen – die Wellen der Höhenströmung bleiben stehen, das Hoch bewegt sich kaum noch. Über Südfrankreich und Spanien liegen die Werte in 500 Hektopascal laut DWD im Bereich des absoluten Monatsrekords. Französische Meteorologen nennen bis zu 596 Dekameter und rund 1030 Hektopascal Bodendruck – Zahlen, die sonst im Hochsommer auftauchen.

Frankreich bei 30 Grad, wir bei 20

Am stärksten wirkt die Wärme dort, wo das Hoch steht. Zum kalendarischen Herbstanfang am Mittwoch werden in weiten Teilen Frankreichs 30 bis 32 Grad erwartet, im Südwesten örtlich bis 35 Grad, die Luftmasse liegt rund zehn Grad über dem Mittel. Bei uns kommt davon wenig an. Wir erwarten von Dienstag bis zum Wochenende Höchstwerte von 18 bis 24 Grad, am freundlichsten im Südwesten, während im Norden Wolken, schauerartiger Regen und an den Küsten stürmische Böen den Ton angeben. Die Nächte kühlen auf 8 bis 11 Grad ab, in windgeschützten Tälern ist leichter Bodenfrost möglich.

Kein Landregen für die trockenen Böden

Für die ausgedörrten Böden ist die Blockade die schlechtere Nachricht. Auf der antizyklonalen Seite bleibt es überwiegend trocken, und die Schauer im Norden fallen fleckig aus und laufen auf verkrusteten Böden oberflächlich ab. Im Süden und am Alpenrand ist bis zum Monatsende kaum Flächenregen in Sicht, die Modelle zeigen mildes, im Süden sonniges Wetter mit wenig Niederschlag. Östlich der Blockierung ist es umgekehrt: Dort tropfen Höhentiefs ab, die über dem noch sehr warmen Mittelmeer für kräftige Regenfälle sorgen können.

Dominik Jung
Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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