
Die kurze Abkühlung an diesem Donnerstag täuscht: Deutschlands Wälder sind nach fünf zu trockenen Monaten so brennbar wie selten. An 75 von 484 Messstationen steht der Waldbrandgefahrenindex des DWD heute bei Stufe 4 oder höher, Hessen hat die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Und ab dem Wochenende kehrt die Wärme zurück.
Rote Punkte quer über die DWD-Karte
Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes reicht von Stufe 1 bis 5 und verrechnet Temperatur, Luftfeuchte, Wind und den Niederschlag der vergangenen Tage. Mit Datenstand vom 6. August liegen 75 der 484 ausgewerteten Stationen bei Stufe 4 oder darüber, die Schwerpunkte reichen von Bayern über Baden-Württemberg bis nach Hessen und Rheinland-Pfalz. Hessens Forstministerium rief bereits am 3. August die Alarmstufe A aus – im Juli fielen dort nach vorläufigen DWD-Daten nur rund 14 Liter pro Quadratmeter. Ende Juli galt auch in den Brandenburger Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel Stufe 4, ab der die Forstbehörden Wälder sperren dürfen.
Jüterbog zeigt, warum Löschen hier so schwierig ist
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog wuchs ein Feuer zwischen dem 30. Juli und 1. August von rund 150 auf 308 Hektar. Weil der Boden mit Munition belastet ist, war ein direkter Löschangriff unmöglich: Die Einsatzkräfte hielten das Feuer aus der Distanz an angelegten Waldbrandschutzstreifen und setzten ferngesteuerte Kettenfahrzeuge sowie geschützte Führungsfahrzeuge ein. Erst Regen am Samstagmorgen brachte die Entlastung. Bundesweit verbrannten laut EFFIS zwischen dem 4. Juli und 3. August mindestens 587 Hektar, darunter 205 Hektar bei Kratzeburg und 192 Hektar bei Grafenwöhr.
Die Abkühlung ist nur eine Atempause
Heute und am Freitag fließt von Nordwesten frischere Luft ein, verbreitet werden nur noch 20 bis 27 Grad erreicht, Schauer fallen vor allem im Süden und an den Küsten. Für die Waldbrandgefahr ändert das wenig, weil wenige Millimeter aus Schauern die trockene Streuauflage kaum durchfeuchten und rasch wieder verdunsten. Ab Samstag strömt von Südwesten Warmluft heran, 27 bis 34 Grad sind wieder möglich – der Index reagiert darauf innerhalb weniger Tage. Zur Einordnung: 2025 verbrannten in Deutschland 2.626 Hektar, das Mittel von 1991 bis 2024 liegt bei 844 Hektar.